FlexCAR

     

Entwicklung einer offenen Fahrzeugplattform für die Mobilität der Zukunft

FlexCAR

Die offene Plattform mit offenen Schnittstellen für das update- und upgradefähige Fahrzeug der Zukunft

Smartphones haben unsere Nutzung der Telefonie grundlegend geändert. Umfangreiche Büro- und Datenkommunikation ist von jedem Ort und zu jeder Zeit möglich. Standardisierte und offene Software Schnittstellen (API) ermöglichen Drittanbietern neue Applikationen auf Basis der bestehenden Hardware anzubieten.

Die Vision des Verbundprojekts FlexCAR ist die Übertragung dieser Entwicklung auf die neuen Mobilitätskonzepte...

... durch die Öffnung des Innovations-, Entwicklungs-, Produktions- und Vertriebsprozesses. Zulieferer aber auch neue Marktteilnehmer wie Start-Ups oder Entwicklercommunities werden eingeladen, über den gesamten Fahrzeuglebenszyklus Dienstleistungen und Komponenten für den Plattformbetreiber (OEM) oder auch direkt für den Endkunden zur Verfügung zu stellen. Dazu sind hard- und softwareseitig Schnittstellen zu definieren. Sie müssen möglichst einfach (plug & play) zu nutzen sein, aber trotzdem höchsten Anforderungen an Cybersecurity genügen.

Im Rahmen der cyberphysischen Fahrzeugplattform FlexCAR sollen selbstreflektierende, selbstbeschreibende und serviceorientierte Komponenten in einem Innovationsnetzwerk entwickelt und deren Nutzung in einem Fahrzeugdemonstrator dargestellt werden.

Die offene Plattform mit offenen Schnittstellen ist ein visionärer Weg, um auf die zunehmend heterogenen und volatilen Anforderungen des Marktes zu reagieren. Nutzeranforderungen verändern sich in immer kürzeren Zeitschritten und führen zu stark verkürzten Produkt- und Technologielebenszyklen. Dies stellt Anforderungen an das Fahrzeug und die Produzenten der Zukunft, die auf herkömmlichem Wege nicht mehr zu bewältigen sind.

Das Projekt FlexCAR gliedert sich in vier Themenbereiche

Der Themenbereich 1 "Rolling Chassis" entwickelt eine elektrisch angetriebene und vollständig X-by-Wire angesteuerte Forschungsplattform mit zugänglicher und offener Soft- und Hardware – das Rolling Chassis. Die Plattform dient als Aggregateträger und gemeinsame Basis für die FlexCAR-Einzeltechnologien.

Der Schwerpunkt des Themenbereichs 2 "Interieur und cyberphysischer Einstieg" beschäftigt sich mit ebendiesen Themen. Bucht der Kunde eine Fahrt über eine App, so wird die Anfrage über 5G gesendet und verarbeitet. Entsprechend der Kundenanforderungen wird ein Fahrzeug zugewiesen und dem Kunden die Angaben über Ort und Zeit übermittelt. Das Fahrzeug trifft zum vereinbarten Zeitpunkt am vereinbarten Ort ein und hält Ausschau nach dem Kunden. Über nach außen gerichtete Kameras kann mit dem Fahrzeug Kontakt aufgenommen werden. Es wird nur berechtigten Personen Zutritt gewährt und die Fahrt entsprechend abgerechnet. Die zukünftige Interaktion zwischen Passagieren und autonomen Fahrzeugen ist auch während der Fahrt wichtig und ein weiteres Forschungsthema im Projekt FlexCAR.

Themenbereich 3 – "Flexible Produkt- und Produktionskonzepte" wird in enger Zusammenarbeit mit dem Projekt Fluide Produktion das Produktionskonzept von FlexCAR erarbeitet. Die Fabrikkomponenten werden vernetzt sein und in einer gemeinsamen Sprache kommunizieren. Mit Hilfe standardisierter Schnittstellen ist das Rolling Chassis Teil des cyberphysischen Produktionssystems und kann während der Fertigung beispielsweise als fahrerloses Transportsystem eingesetzt werden und ersetzt somit heutige Transport- und Fördertechnik im Werk.

Der Themenbereich 4 "Offener Entwicklungsprozess modularer Fahrzeuge" beschäftigt sich damit, eines der wesentlichen Kriterien von FlexCAR, der offene Entwicklungsprozess, auch so umzusetzen. Ziel sind offene Schnittstellen bei Hard- und Software, wodurch neue Geschäftsmodelle etabliert werden können. FlexCAR ist damit viel mehr, als nur ein neues Fahrzeugkonzept, sondern bietet eine Forschungsplattform für die zentrale Entwicklung und Fertigung modularer Fahrzeugsysteme.

"Die Arena 2036 ist für uns ein ideales Umfeld um gemeinsam mit den anderen Partnern an innovativen Themen zu arbeiten. Der Forschungscampus bietet optimale Voraussetzungen zur interdisziplinären Zusammenarbeit über Unternehmens- und Institutsgrenzen hinweg.“

Jens Maier

Geschäftsführer

csi entwicklungstechnik GmbH

„Die enge Kooperation mit verschiedensten Industriepartnern und Instituten ermöglicht ganz neue Möglichkeiten für meine Forschung. Durch den ständigen Austausch und die kurzen Wege kommt man auf völlig neue Ideen und kann diese schnell umsetzen sowie erproben.“

M.Sc. Annika Ackermann

Wissenschaftliche Mitarbeiterin Faserverbundtechnologie

Universität Stuttgart

„Im Auftrag der Forschung der Mercedes-Benz AG entwickeln wir in der ARENA2036 eine autonom fahrende Forschungsplattform (Rolling Chassis), welche als Basis für das öffentlich geförderte Projekt FlexCAR dienen soll. Im Rahmen dessen werden eine Vielzahl innovativer Fertigungsverfahren bis hin zu den neuesten Technologien für das elektrisch-autonomen Fahren eingesetzt. Auf nahezu allen Gebieten finden sich hierfür Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft am Forschungscampus ARENA2036, die mit hohem Engagement ihr Wissen zur Anwendung bringen. Gerade die Vielfalt auf engem Raum in Kombination mit der neuesten Infrastruktur bieten uneingeschränkte Möglichkeiten einen Beitrag für die Zukunft zu leisten.“

Martin Gottwald

Projektleiter FlexCAR Rolling Chassis

Daimler AG