DIN-

Norm

Standardisierung von Entwicklungs- und Produktionsvorgängen in der Automobilindustrie.

Standardisierung

Standardisierung im Bereich Automation von Leitungssätzen

Die ganzheitlichen Ansätze aus allen Teilprojekten werden in einen DIN-Standard einfließen. Das DIN hat auf Initiative der IILS einen Arbeitskreis gegründet, der sich mit der Standardisierung der Automation von Leitungssätzen befasst. Dieser wurde als ein nationales Gremium gegründet und der Bedarf einer Norm für die Automation von Leitungssätzen wurde erkannt. Weitere Experten innerhalb der DIN haben ihr Interesse an dem Thema und dem Arbeitskreis bekundet, so dass eine breite Akzeptanz einer Norm über die IILS hinweg erreicht wird.

Ausgangssituation und Motivation

Für eine Automatisierung der Leitungssatzfertigung gibt es heute Vorgaben, die von OEMs und Zulieferern eingesetzt werden, um Grundlagen für die Automatisierung zu erreichen. Diese können je nach OEM und Zulieferer leicht variieren und entsprechen den Best-Practices. Die Vorgaben haben sich über die Zeit weiterentwickelt aber unterliegen keinem koordinierten Entwicklungsprozess. Mit der Standardisierung beim DIN wird eine offene, gelenkte und transparente Entwicklung der Norm erreicht, die ebenfalls einem Prozess der kontinuierlichen Weiterentwicklung unterliegt. Jeder Marktteilnehmer kann die Entwicklung begleiten und verfolgen.

Aufgrund des steigenden Wachstums an E/E Komponenten im Fahrzeug, wird der Leitungssatz höheren Anforderungen an Qualität und Sicherheit gerecht werden müssen. Die fehlerfreie und präzisere Nachverfolgbarkeit der Komponenten und deren Entstehungsprozess, wird nur durch einen Anstieg der Automation im Leitungssatz erreicht werden können. Zusätzlich ermöglicht eine Definition von Datenprofilen eine modellbasierte, durchgängige Entwicklung und dient zur Sicherstellung der Sicherheits- und Qualitätsziele.

Aktuelle Arbeitsschwerpunkte

Der Schwerpunkt ist die entwickelten Grundlagen, Methoden, Prozesse und Regeln der TPs zusammen in eine in sich konsistente Norm zu überführen und die Arbeiten in sich zu harmonisieren. Ein wichtiger Aspekt dabei ist, das komplexe Feld der Automatisierung schrittweise zu normieren. Der aktuelle Fokus der zu entwickelnden Norm liegt auf der Konzept- bzw. Entwicklungsphase und der Entflechtung komplexer Leitungssätze, die als Basis für die Automatisierung herangezogen wird. Diese Entflechtung wird durch Modularisierung der Steckersysteme begünstigt.

Zusätzlich wird die Norm mit einem Schwerpunkt die Vorgaben für die digitale Interoperabilität in Bezug auf Leitungssätze erarbeiten. Diese werden die Datenformate KBL (Kabelbaumliste) und VEC (Vehicle Electric Container) als Grundlage verwenden und verbindliche Vorgaben für die Umsetzung von Regeln treffen.

Ausblick

Der aktuelle Fokus der Norm liegt auf den Niedervolt-Kabelsätzen, um die Komplexität bzw. die Variantenvielfalt beherrschen zu können und eine in sich konsistente Standardisierung zu ermöglichen. Dies ist der erste Schritt, der für die Standardisierung der Automation des Leitungssatzes notwendig ist. Das TP0 beschäftigt sich auch mit der zukünftigen Gestaltung der Norm und plant, wie weitere Themen in dieser Norm(-familie) z.B. mit einer identischen Vorgehensweise standardisiert werden können. In Zukunft werden neben den NV-Leitungssätzen auch die Hochvolt-Leitungssätze (HV-Leitungssätze) mit einbezogen werden.